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Elternvereinigung zur Förderung hörgeschädigter Kinder in Oberfranken e.V.
 

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Pressemitteilung München, 03. Juli 2006

Neugeborenen Hörscreening: Schnappauf: Bayern weitet Modellprojekt aus

+++ Für die Ausweitung des Bayerischen Modellprojektes zum Neugeborenen-Hörscreening hat Gesundheitsminister Werner Schnappauf heute den Startschuss gegeben. "Die Technik für die Höruntersuchung ist nicht neu. Entscheidend ist, dass alle betroffenen Kinder sicher erfasst und auch behandelt werden. Ohne diese Sicherung, wie sie das bayerische Modell enthält, wird nur die Hälfte der hörgeschädigten Kinder rechtzeitig gefunden", erläuterte der Minister die Besonderheiten des bayerischen Modellprojektes, das seit 2003 in der Oberpfalz getestet wird. Seit 2003 wurden etwa 21.500 Kinder untersucht und in 18 Fällen Hörstörungen entdeckt, davon in 9 Fällen nur aufgrund der intensiven Nachsuche. Das Modell soll zur weiteren Bestätigung jetzt noch in Oberfranken getestet werden. Etwa 1 von 1.000 Kindern wird mit schweren Hörstörungen geboren; das sind allein in Bayern etwa 120 Kinder im Jahr. Um eine Störung in der kindlichen Entwicklung zu vermeiden, muss bereits in den ersten 6 Lebensmonaten mit einer Therapie begonnen werden. Häufig werden - ohne systematisches Screening - Hörstörungen viel zu spät erst im zweiten oder dritten Lebensjahr erkannt. Eine daraus resultierende eingeschränkte Sprach- und psychosoziale Entwicklung ist nur schwer zu behandeln.+++

Schnappauf forderte die Aufnahme des Neugeborenen-Hörscreenings als Regelleistung der Krankenkassen bei der Kindervorsorgeuntersuchung U2: "Die Ergebnisse des bayerischen Modells liefern die notwendigen Daten, um wegen einer Kostenübernahme mit den Krankenkassen ins Gespräch zu kommen. Eine schnelle Früherkennung in den ersten Wochen trägt zu Kostensenkungen im Gesundheitswesen bei." Kern des bayerischen Modells zum Neugeborenen-Screening ist das sog. Tracking-System. Unter Koordination des Screening-Zentrums am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit arbeiten Geburtskliniken, Hebammen, niedergelassene Kinder- und HNO-Ärzte und der öffentliche Gesundheitsdienst reibungslos zusammen. Dabei wird geprüft, ob alle neugeborenen Kinder untersucht sind, kontrollbedürftigen Befunden bis zur endgültigen Abklärung nachgegangen ist und ob alle betroffenen Kinder einer entsprechenden Behandlung zugeführt wurden. Die Untersuchung der Kinder läuft in zwei Stufen: am dritten Lebenstag wird bei den schlafenden Säuglingen eine Prüfung der sog. otoakustischen Emissionen (OAE) durchgeführt. Über einen Stöpsel wird dazu dem Ohr ein Ton zugeführt, auf den das gesunde Ohr durch Rücksendung eines zweiten Tons antwortet. Kann dieser Ton von dem Gerät empfangen werden, so funktioniert die Hörschnecke. Bei auffälligem OAE wird mit Hilfe einer BERA (brainstem electric response audiometry) die Reaktion von Hörnerven und Hörbahn (Gehirn) auf einen Ton über Elektroden am Kopf (ähnlich EKG) gemessen. Das Gesundheitsministerium fördert das Modellprojekt aus der Gesundheitsinitiative Gesund.Leben.Bayern. mit insgesamt 573.000 Euro.